Citizen-Science-Projekte für den Kita- und Schulgarten

Wurmkompost-Experiment mit keimenden Kartoffeln, nachgezogenen Lauchwurzeln (Regrow) und "kompostierbarer" Verpackung (Rot)Wurmkompost-Experiment mit keimenden Kartoffeln, nachgezogenen Lauchwurzeln (Regrow) und "kompostierbarer" Verpackung (Rot)

Kita- und Schulgärten sind ideale Orte für Citizen Science. Bei dieser Form der Offenen Wissenschaft (Open Science) werden Forschungsprojekte von und mit interessierten Menschen durchgeführt, die dafür keine wissenschaftliche Ausbildung brauchen. In den meisten Projekten machen, dokumentieren und melden diese Menschen ihre Beobachtungen, z.B. zum Auftreten bestimmter Pflanzen- oder Tierarten. Manchmal führen sie aber auch einfache Messungen durch oder werten Daten aus.

Im heutigen Beitrag findet man aktuelle Projekte, die man im Kita- oder Schulgarten durchführen kann. Außerdem gibt es eine Liste mit Informationsportalen, wo man stets neue Citizen Science-Projekte finden kann, aber auch mehr Informationen zum Thema „Offene Wissenschaft“.

Beim meinem heutigen Sprachspinat-Tipp zur Verbindung von Sprachbildung, Naturbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung geht es um die sprachlichen Fähigkeiten, die man bei der gemeinsamen Auswahl von Citizen-Science-Projekten fördern kann.

Inhalt

Insektenbeobachtung auf einer Dost-Pflanze für ein Citizen-Science-Projekt

Insektenbeobachtung auf einer Dost-Pflanze für ein Citizen-Science-Projekt

Citizen-Science-Projekte in Deutschland

Citizen-Science-Projekte in Schweiz

Citizen-Science-Projekte in Österreich

Internationale Citizen-Science-Projekte

Ananassalbei mit Flora Incognita bestimmen und so zu einem Citizen-Science-Projekt beitragen

Ananassalbei mit Flora Incognita bestimmen und so zu einem Citizen-Science-Projekt beitragen

Mein persönlicher Sprachspinat-Tipp

Die Auswahl eines Citizen-Science-Projektes für den Schul- oder Kitagarten ist nicht nur eine fachliche Entscheidung: Wenn Kinder und Jugendliche mitentscheiden können, welches Projekt im Garten umgesetzt werden soll:

  • machen sie wichtige Selbstwirksamkeitserfahrungen,
  • üben sie ihre Fähigkeiten zur aktiven Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse, die in der Demokratiebildung und der Bildung für nachhaltige eine zentrale Rolle spielen,
  • denken Sie Nachdenken über Umweltthemen nach,
  • kann man verschiedene 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) thematisieren, insbesondere die zur Bewahrung des Lebens an Land und die zur Stärkung von Institutionen und Kooperation.

Zugleich lassen sich sprachliche Kompetenzen fördern, wie die folgende Tabelle zeigt.

 

Schritt Was passiert Geförderte Sprachkompetenzen
Recherche Projekte suchen, Projektbeschreibungen lesen, Informationen zusammenstellen Fachwortschatz, Lesestrategien, Informationsentnahme aus gesprochener und geschriebener Sprache (z.B. Projektbeschreibungen in Videos und auf Webseiten)
Diskussion Vor‑ und Nachteile abwägen, Fragen stellen, Standpunkte austauschen Argumentieren, Gesprächsführung, Hörverstehen
Entscheidung Konsens finden oder abstimmen, Entscheidung begründen Begründendes Schreiben/Sprechen, Überzeugungssprache, Modalität
Planung Aufgaben verteilen, Protokolle formulieren Instruktionssprache, Sequenzierung, Präzision
Dokumentation Entscheidungsprozess protokollieren, Ergebnisse präsentieren Beschreibendes Schreiben, Tabellen zu Abstimmungen, Präsentationssprache

Die Tabelle enthält einige Angaben für höhere Kompetenzlevel (z.B. Begründendes Schreiben oder Instruktionssprache). Einige der Kompetenzen in der Tabelle kann man aber schon in der Kita fördern, z.B. die Fähigkeit zur Informationsentnahme. Viele Projekte bieten nämlich nicht nur Webseiten mit geschriebenen Projektbeschreibungen an, sondern auch entsprechende Videos in verständlicher Sprache. Außerdem kann man Projekte mündlich vorstellen und bei der Abstimmung und Diskussion die Erinnerung an die Projektbeschreibung bildlich unterstützen.

Auch Argumentationsfähigkeiten lassen sich bereits in der Kita einüben, spätestens dann, wenn Kinder beginnen, ständig nach dem Warum zu fragen. Dabei bietet es sich bei jüngeren Kindern an, einige wenige Satzstrukturen für die Argumentation einzuüben (z.B. Ich mag …, weil …). Bei älteren Kindern und Jugendlichen kann man hingegen Listen mit Redemitteln zur Argumentation einsetzen, damit sie ein breiteres Repertoire von Satzstrukturen und Formulierungen für die Argumentation entwickeln. Solche Formulierungshilfen findet man auf verschiedenen Webseiten, z.B. bei auf einer Webseite zur Lehrkraftfortbildung in Baden-Württemberg. Hilfreich kann auch die Material- und Linkliste zum Debattieren im Unterricht auf dem Landesbildungsserver Baden-Württemberg sein. Wer KIs zur Vorbereitung eigener Formulierungshilfenlisten einsetzen möchte, findet Informationen zu verschiedenen KIs und Datenschutz in einem meinem Blogbeitrag zur Verwendung von KI für die Leseförderung.

Unverrottetes Klarsichtfenster einer "kompostierbaren" Verpackung

Unverrottetes Klarsichtfenster einer „kompostierbaren“ Verpackung

Und wer sehen möchte, wie viel Spaß Citizen-Science-Projekte machen können und welche ungewöhnlichen Ideen dabei umgesetzt werden, kann sich ein Video zu einem Citizen-Science-Projekt anschauen, bei dem mit Teebeuteln und Unterhosen der Boden erforscht wurde… Dass das Projekt beendet ist, heißt nicht, dass man nicht selbst noch aus probieren kann, wie schnell verschiedene Dinge in normaler Erde oder im Wurmkompost verrotten… Dazu eignet sich z.B. die WuPf-Wurmkompost-Pflanzen-Kiste.

Die Lego-Variante der WuPf-Wurm-Pflanzen-Kiste

Die Lego-Variante der WuPf-Wurm-Pflanzen-Kiste

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