Am 1.6. habe ich bei einem Treffen der europäischen Hochschulallianz European University for Well-Being (EUniWell) mein Sprachspinat-Konzept zur Verbindung von Sprachbildung, Naturbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vorgestellt: „The Sprachspinat-concept – transferring psycholinguistic research into language education and education for sustainable development“. Der heutige Beitrag enthält:
- meine Vortragsfolien und die Leseliste zum Vortrag,
- weitere Ressourcen zur Sprachspinat-Methode für das Design von spielerischen Aktivitäten zur Verbindung von Sprachbildung, Naturbildung und BNE,
- das Workshop-Programm,
- eine kurze Einführung in die EUniWell-Allianz sowie
- einen persönlichen Sprachspinat-Tipp zu grünen Lernräumen und ihrer Rolle für Well-Being und die Förderung von Mehrsprachigkeit.

Sprachfördernde Spiele und Diskussionen über Naturkreisläufe, Upcycling und Wiederverwendung mit der Sprachspinat-WuPf-Wurmkompost-Pflanzen-Kiste
Vortragsfolien und verwendete Literatur
Meine Vortragsfolien kann man als pdf herunterladen: „The Sprachspinat-concept – transferring psycholinguistic research into language education and education for sustainable development“.
Literatur
- Ambridge, B., Kidd, E., Rowland, C. F., & Theakston, A. L. (2015). The ubiquity of frequency effects in first language acquisition. Journal of Child Language, 42(02), 239-273. https://doi.org/10.1017/S030500091400049X
- Bredthauer, S., Kaleta, M., & Triulzi, M. (2021). Mehrsprachige Unterrichtselemente – eine Handreichung Für Lehrkräfte .Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache, Köln. https://mercator-institut.uni-koeln.de/publikationen-material/material-fuer-die-praxis/mehrsprachige-unterrichtselemente
- Eisenbeiß, S. (2010). Production Methods. In E. Blom and S. Unsworth (Eds.), Experimental Methods in Language Acquisition Research (pp. 11-34). Amsterdam: John Benjamins.
- Eisenbeiß, S. (2025). Mehrsprachigkeitsdidaktik: Mehrsprachige Ansätze im DaF-Unterricht. Magazin Sprache des Goethe-Instituts. https://www.goethe.de/prj/dlp/de/magazin-sprache/26363304.html
- Ellis, R., Loewen, S., & Erlam, R. (2006). Implicit and explicit corrective feedback and the acquisition of L2 grammar. Studies in Second Language Acquisition, 28(2), 339–368. https://doi.org/10.1017/S0272263106060141
- Küntay, A., & Slobin, D. (1996). Listening to a Turkish mother: Some puzzles for acquisition. In D. Slobin, J. Gerhardt, J., Kyratzis, A., & Guo, J. (Eds.), Social interaction, social context, and language: Essays in honor of Susan Ervin-Tripp (pp. 265-286). Hillsdale, NJ: Lawrence Erlbaum Associates.
- Küntay, A., & Slobin, D. I. (2002). Putting interaction back into child language: Examples from Turkish. Psychology of Language and Communication, 6, 5-14.
- Kuo, M., Barnes, M., & Jordan, C. (2019). Do experiences with nature promote learning? Converging evidence of a cause-and-effect relationship. Frontiers in Psychology, 10, 423551. https://www.frontiersin.org/journals/psychology/articles/10.3389/fpsyg.2019.00305/full
- Long, M., Moore, I., Mollica, F., & Rubio-Fernandez, P. (2021). Contrast perception as a visual heuristic in the formulation of referential expressions. Cognition, 217, 104879. https://doi.org/10.1016/j.cognition.2021.104879
- Mackey, A. (2012). Input, interaction, and corrective feedback in L2 learning. Oxford: Oxford University Press.
- Moore, C., Dunham, P. J., & Dunham, P. (2014). Joint attention: Its origins and role in development. Psychology Press.
- Moran, S., Lester, N. A., Gordon, H., Küntay, A., Pfeiler, B., Allen, S., & Stoll, S. (2019). Variation sets in maximally diverse languages. In Proceedings of the 43rd annual Boston University Conference on Language Development (pp. 427-440).
- Slobin, D. I., Bowerman, M., Brown, P., Eisenbeiß, S., & Narasimhan, B. (2011). Putting things in places: Developmental consequences of linguistic typology. In J. Bohnemeyer and E. Pederson (Eds.), Event representation in language and cognition (pp. 134-165). Cambridge: Cambridge University Press.
- Torregrossa, J., Eisenbeiß, S., & Bongartz, C. (2023). Boosting bilingual metalinguistic awareness under dual language activation: Some implications for bilingual education. Language Learning, 73(3). https://doi.org/10.1111/lang.12552
- Torregrossa, J., Eisenbeiß, S., & Bongartz, C. (2025). Does “translanguaging” equal “reasoning in multiple languages?” Back to the basics of translanguaging as a way forward. Linguistic Approaches to Bilingualism. https://doi.org/10.1075/lab.24068.tor
- Yule, G. (2013). Referential communication tasks. Routledge.

Teile des Sprachspinat-Toolkits im Garten und bei Events
Weitere Materialien zum Sprachspinat-Konzept
Mein YouTube-Video für den Online-Kurs des EU-Projekts PLURI gibt einen kompakten Überblick über das Gesamtkonzept und seine Bestandteile und ist auf Englisch mit automatisch generierten Untertiteln in vielen Sprachen verfügbar. Die folgenden Blogartikel bieten weitere Präsentationen, Hintergrundinformationen und Anwendungsbeispiele zum Sprachspinat-Konzept:
- Sprachspinat im BiSS-Café: Impuls zur spielerischen Verbindung von Sprachbildung, Naturbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung
- Sprachspinat auf YouTube: Eine Einführung ins Sprachspinat-Konzept für den Online-Kurs des EU-Projekts PLURI
- Sprachspinat beim Projekt „Plurilingualism for Better Education, Cohesion & Linguistic Diversity“
Diese und zukünftige Artikel zum Sprachspinat-Konzept findet man mit dem Tag Sprachspinat-Konzept.

Sprachspinat im Modularen Modellgarten der Universität zu Köln (MoMo-Garten): Die WuPf-Wurmkompost-Pflanzen-Kiste mit Schnittsellerie (Sprachspinat-Küchengarten) und Second-Hand-Lego-Tieren, Stecklinge vom Australischen Zitronenblatt (Sprachspinat-Küchengarten) und Handouts zu den 12R-Prinzipien für nachhaltiges Gärtnern
Das Workshop-Programm
| Theodoros Marinis | Introduction and aims of the workshop series |
| Timo Neubert | Language Policies in the Context of German Schools Abroad |
| Wolfgang Mann | Reframing Multilingualism: Examining the Multilingual Experiences and Repertoires of Deaf and Hard-of-Hearing Children Growing up in Migrant Contexts of Germany and the UK (Multi_DHH) |
| Onur Özsoy, Michelle Vuong & Jacopo Torregrossa | Exploring the code-switched mode in multilingualism Cognitive and interactional perspectives |
| Maria Hammel | Translanguaging in multilingual daycare centers practices and perspectives of educators |
| Sonja Eisenbeiss | The Sprachspinat-concept – transferring psycholinguistic research into language education and education for sustainable development |

Demonstration der WuPf-Wurm-Pflanzen-Kiste aus dem Sprachspinat-Garten-Konzept im Kölner MoMo-Modellgarten für Schulgärten
Die European University for Well-Being (EUniWell)
Die European University for Well-Being (EUniWell) ist eine europäische Allianz von zwölf Universitäten, die auf ihren Webseiten über ihre EUniWell-Aktivitäten berichten:
- Universität Birmingham, UK
- Universität zu Köln, Deutschland
- Universität Florenz, Italien
- Inalco Universität, Paris, Frankreich
- Universität Konstanz, Deutschland
- Linnaeus Universität, Växjö und Kalmar, Schweden
- Universität Murcia, Spanien
- Nantes Université, Frankreich
- Universität Santiago de Compostela, Spanien
- Semmelweis Universität Budapest, Ungarn
- Taras Shevchenko Nationale Universität Kyiv, Ukraine
- Warschauer Medizinische Universität, Polen
Diese Universitäten engagieren sich gemeinsam mit mehr als 60 assoziierten europäischen Partnerinstitutionen für das Wohlergehen des Individuums, der Gemeinschaft und der Umwelt im Mittelpunkt. Der Ansatz von EUniwell ist handlungsorientiert und verbindet Forschung und Lehre mit gesellschaftlichem Engagement.
Die EUniWell-Webseite bietet mehr Informationen zu dieser Hochschulallianz, insbesondere zu ihrer Mission, ihrer Strategie und Möglichkeiten, sich zu beteiligen. Diese Seite ist in mehreren Sprachen verfügbar.
- Ein Blick in den Garten des Kölner Zentrums für Lehrkraftbildung (ZfL) der Universität zu Köln
Mein persönlicher Sprachspinat-Tipp
Nach meiner Präsentation wurde ich gefragt, welche Ziele ich mit meinen Sprachspinat‑Aktivitäten verfolge. Für den Bereich Mehrsprachigkeit und Wellbeing an Universitäten ist das für mich recht einfach zu beantworten: Ich wünsche mir viele grüne Lernräume an allen Universitäten. Sie können Orte sein,
- an denen man sich wohlfühlt, zur Ruhe kommt und Inspiration findet,
- an denen man besser lernen kann als in konventionellen Lehrräumen, die gerade im Sommer oft sehr heiß und stickig sind,
- an denen Biodiversität nicht als abstraktes Konzept erscheint, sondern erfahrbar wird,
- die Anlässe zu Diskussionen über Nachhaltigkeit bieten, insbesondere in Bezug auf Nahrungsmittelproduktion, Biodiversität und Klimawandel(anpassungen),
- an denen die Mehrsprachigkeit der Universitätsgemeinschaft sichtbar, hörbar und selbstverständlich ist,
- die dazu einladen, miteinander zu kommunizieren – in all den Sprachen, die man bereits spricht, gerade lernt oder vielleicht erst im Garten entdeckt hat ,und
- die das Lernen von Sprachen unterstützen, indem sie Gesprächsanlässe schaffen, zur Erweiterung des Wortschatzes beitragen und zur Verwendung von komplexerer Sprache anregen.

Insektennisthilfe im Modularen Modellgarten der Universität zu Köln (MoMo)
An der Universität zu Köln gibt es schon zwei etablierte grüne Lernorte: Den Modularen Modellgarten (MoMo-Garten) der Biologiedidaktik und den Garten des Zentrums für Lehrkraftbildung (ZfL). Weitere Innenhöfe und andere Orte werden gerade umgestaltet und dann hoffentlich auch als grüne Lernorte genutzt. Dazu haben wir eine Gruppe von Interessierten gegründet, die dies unterstützt. Man kann uns dazu gerne kontaktieren.
Es gibt schon sehr viele Studien über grüne Lernräume in Schulen und Kitas und ihre positiven Effekte auf schulische Leistungen, kognitive und soziale Entwicklung, Ernährungsverhalten, Wohlbefinden und Umweltbewusstsein. Solche Studien können einen Beitrag zu Diskussionen über die Schaffung von grünen (Lern-) Räumen an Hochschulen herangezogen werden, da es noch relativ wenige Studien im Hochschulkontext gibt. Die folgenden aktuellen Arbeiten beschäftigen sich mit der Landschaftsgestaltung und Grünflächen an Hochschulen und fassen dabei auch vorherige empirische Studien zu den Effekten solcher Flächen auf Lernen, Stressreduktion und Well-Being zusammen:
- Chang, L. (2026). Exploring Campus Landscape Approaches to Student Stress Relief in Canadian Universities (MA dissertation, University of Guelph).
- Prabhu, M. K., Yadav, M., & Arya, B. (2026). Restorative benefits of campus landscapes in a semi-arid Indian university. In A. Sharma, A. Sehrawat, & T. K. Chandola (eds.). Humanities and Social Sciences (pp. 558-564). Routledge.
- Zhao, Z., Zhang, M., Wang, J., Wang, X., & Guo, W. (2026). Restorative campus landscapes and student engagement: Dual affective pathways linking environmental perception to learning and social interaction. Acta Psychologica, 267, 107091.

Stehtische im Modularen Modellgarten der Universität zu Köln (MoMo-Garten)
Wer an Hochschulen grüne Lernräume anlegen und pädagogisch nutzen möchte, findet auf dem Sprachspinat-Blog mit dem Tag Schulgarten Literatur und praktische Hinweise zu Schul- und Kitagärten, von denen sich viele auf Hochschulen übertragen lassen, insbesondere wenn es um Hochschulgärten für das Lehramtsstudium oder die Pädagogik der frühen Kindheit geht.
Ich hoffe, dass solche Räume an vielen Hochschulen neu entstehen, weiterentwickelt und gepflegt werden – und dass sie dann auch als mehrsprachige Begegnungsräume genutzt werden. EUniWell könnte dazu einen Beitrag leisten.

Der Eingang des Modularen Modellgartens der Universität zu Köln (MoMo-Garten)
Die Sprachspinat-Überblicks-Folie im Vortrag bei EUniWell (1.6.2026) 

