Beim Tag der offenen Tür im Kölner schulbiologischen Zentrum Freiluga am 13.6.2026 habe ich ein Sprachspinat-Pflanzennamen-Bingo mit Kräuterspaziergang angeboten. Im heutigen Artikel findet man meine Materialien und Informationen zur Freiluga und dem Programm des Tages.
Inhalt
- Die Freiluga
- Materialien und Pflanzeninformationen zum Sprachspinat-Pflanzennamen-Bingo
- Lesetipps zu deutschen Pflanzennamen
- Weitere Blogbeiträge zu Pflanzennamen
- Programm des Tages der offenen Tür in der Freiluga
- Mein persönlicher Sprachspinat-Tipp

Kräuter, Stauden, Obst und Gemüse im Garten des Kölner schulbiologischen Zentrums Freiluga
Die Freiluga
Die Freiluga in Köln ist eine Freiluft- und Gartenarbeitsschule, die seit 1925 Naturerlebnisse und Umweltbildung bietet. Das Schulbiologische Zentrum mit zwei gut ausgestatteten Kursräumen, Nutz- und Schaugärten ermöglicht Schulklassen Einblicke in Themenfelder wie Biodiversität, Gärtnern, Vollwerternährung, Natur- und Klimaschutz, Ökologie der Pflanzen und Tiere und trägt so zur Bildung für nachhaltige Entwicklung bei. Die Themen werden individuell abgesprochen.
- Wer Aktivitäten für Schulklassen oder Räumlichkeiten für Veranstaltungen buchen möchte, kann dies auf der Webseite der Freiluga tun.
- Wer die Freiluga unterstützen möchte, kann dies durch Spenden oder eine Mitgliedschaft im Förderverein tun.
Materialien und Pflanzeninformationen zum Sprachspinat-Pflanzennamen-Bingo

Pflanzenbingo-Handout
Beim Kräuterbingo ging es darum, im Garten Pflanzen zu finden, deren Namen mindestens einen der folgenden Bestandteile enthalten:
- Tiernamen,
- Bezeichnungen für Körperteile
- Namen oder Bezeichnungen von Personen
- Gerichte bzw. Geschmack
Dafür hatte ich im Garten der Freiluga mehrere Pflanzennamen auf Schildern angebracht, sodass man auch mit wenig Pflanzenkenntnissen am Bingo teilnehmen konnte. Nachdem alle mindestens eine Pflanze pro Kategorie gefunden hatten, habe ich kurz etwas zu den jeweiligen Pflanzen und ihren Namen gesagt. Im Folgenden findet sich eine kurze Zusammenfassung. Dabei gehe ich auch auf Sprachwandel ein.
Tiernamen
Wie ich in einem älteren Blogartikel erläutert habe, hat das Auftreten von Tiernamen in Pflanzenbezeichnungen meist einen von vier Gründen. Für jeden dieser Gründe fanden wir mindestens eine Pflanze im Freiluga-Garten:
- Das Tier ist ein Fressfeind oder Bestäuber der Pflanze und wird daher von ihr angelockt.
In der Freiluga war die Schafgarbe ein Beispiel für diese Interpretation, da sie auf Schafweiden wächst und gern von Schafen gefressen wird. Eine ähnliche Interpretation liegt auch bei der Katzenminze vor, deren antiviraler, antimikrobieller und insektenabwehrender Inhaltsstoff Nepetalacton dafür bekannt ist, dass er viele Katzen anzieht. - Es bestehen Ähnlichkeiten im Aussehen von Pflanze und Tier.
Pflanzen mit ähnlichkeitsbasierten Namen sind ebenfalls in der Freiluga anzutreffen, z.B.- der Löwenzahn mit seinen gezackten Blättern
- der Hahnenfuß, dessen tief eingekerbte Blätter den Krallen eines Hahnenfußes ähneln, und
- der Storchschnabel, dessen Samenstände nach der Blüte wie ein Storchschnabel aussieht.

Löwenzahn
- Der Tiername zeigt die „Minderwertigkeit“ der Pflanze aus der Perspektive des Menschen an.
Einige Pflanzen haben Namen, die aus einem existierenden Pflanzennamen und einem Nutztier sind, z.B. Hundsrose. Solche Namen deuten an, dass es sich um eine Art oder Sorte der Pflanze handelt, die nicht für Menschen gezüchtet oder ausgewählt wurde. Manchmal erhält eine Pflanze auch solche Namen, wenn sie ursprünglich für Menschen genutzt wurde, aber durch beliebtere Sorten abgelöst und dann vermehrt als Tierfutter genutzt wird. Dies gilt z.B. für die Ackerbohne, die auch Saubohne oder Pferdebohne genannt wird.
Ein Beispiel für die abwertende Nutzung von Tiernamen in Pflanzennamen, das man im Freiluga-Garten findet, ist die Färberhundskamille, die keine „echte“ Kamille (Matricaria chamomilla) ist, sondern eine Hundskamille (Anthemis). Hundskamillen ähneln zwar äußerlich einer Kamille, besitzen aber nicht deren Heilkraft für Menschen. Der Name Färberhundskamille zeigt aber zugleich an, dass diese Pflanze einen anderen Nutzen für Menschen hat, nämlich als Färbepflanze. So zeigt dieser Name unser komplexes Verhältnis zu Pflanzen. - Die Pflanze wird für den Tod bestimmter Tiere verantwortlich gemacht oder verwendet, um diesen herbeizuführen.
In Beispiel hierfür ist der Blaue Eisenhut. Er ist eine der giftigsten Pflanzen Europas, weswegen er auch die Namen Hundstod, Ziegentod, Hundsgift und Wolfsgift trägt. Man findet ihn in der Freiluga dementsprechend im Giftpflanzenbeet.
Es ist allerdings zu beachten, dass der in Pflanzennamen angezeigte Tod von Tieren manchmal auch positiv bewertet werden kann. Menschen tun dies insbesondere dann, wenn es um den Tod von Lebewesen geht, die ihnen selbst oder ihren Nutz- oder Haustieren schaden können. So erhielt z.B. der Wermut die Namen Wurmkraut und Wurmtod, da er traditionell als Mittel gegen Parasiten und Darmwürmer eingesetzt wurde. Als Wurmkraut bezeichnet man auch den Rainfarn und die Sumpf-Schafgarbe, da sie ebenfalls traditionell gegen Parasiten eingesetzt werden. Aufgrund der enthaltenen Toxine, die nicht nur gegen Parasiten wirken ist die Verwendung dieser Pflanzen allerdings risikoreich. Der einjährige Beifuß, der in der Freiluga wächst, wurde ebenfalls zur Parasitenbekämpfung eingesetzt, was den englischen Namen wormwood erklärt.

Beinwell
Bezeichnungen für Körperteile
Für die Verwendung von Körperteilen in Pflanzennamen gibt es zwei Hauptgründe:
- Es werden Ähnlichkeiten der Pflanze zum betreffenden Körperteil betont.
Wir hatten dies bereits bei Löwenzahn, Hahnenfuß und Storchschnabel - Die Nennung des Körperteils im Namen verweist auf eine Verwendung der betreffenden Pflanze als Heilmittel für den betreffenden Körperteil hin.
Dies ist z.B. beim Beinwell der Fall. Dabei bezieht sich der Wortbestandteil Bein allerdings nicht auf den Körperteil Bein, sondern auf Knochen, d.h. Gebeine. Und -well hat nicht direkt mit dem Englischen well (wohl) zu tun. Hier liegt Sprachwandel vor, der die ursprüngliche Bedeutung etwas verdeckt. Im Digitalen Wörterbuch des Deutschen findet man dazu die folgende Erklärung: Beínwell wurde als Heilmittel bei Knochenbrüchen und offenen Wunden verwendet. Der Name geht auf das Nomen Bein (= Knochen) und das Verb wallen bzw. wellen zurück. Dabei bedeutet das Verb eigentlich zusanmmenwachsen’ bzw. sich) wogend bewegen.
Während Bein im Namen Beinwell immerhin Bezug nimmt auf einen Teil des Körpers, wenn auch nicht auf das Bein selbst, bezieht sich der Wortbestandteil Fuß im Namen Beifuß überhaupt nicht auf einen Körperteil. Das Digitale Wörterbuch des Deutschen schreibt zu diesem Pflanzennamen vielmehr: „Beifuß m. wildwachsende, staudenartige Heil- und Gewürzpflanze mit kleinen gelblichen oder rotbraunen Blütenköpfen. Ahd. bībōʒ (8. Jh.), das zum Verb ahd. bōʒen ‘stoßen, schlagen’ (s. Amboß) gehört, wird als ‘das als Gewürz an Speisen oder Getränke zu stoßende Kraut’ oder wahrscheinlicher im Sinne einer ‘böse Geister abstoßenden Kraft’, die der Pflanze nachgesagt wird, gedeutet. Neben mhd. bībōʒ ist auch mhd. bīvuoʒ (entsprechend mnd. bībōt und bīvōt) belegt. Die volksetymologische Umdeutung zu mhd. -vuoʒ, nhd. -fuß entspricht wohl einem alten Aberglauben, wonach Beifuß, am Bein getragen, gegen Ermüdung schütze.“
Wir haben somit gesehen,
- dass man bei der Interpretation von Pflanzennamen stets mögliche Sprachwandelprozesse berücksichtigen muss und
- dass bei Pflanzennamen mit Körperteilen sowohl ähnlichkeitsbasierte als auch heilkraftbasierte Interpretationen vorkommen.
Die Ähnlichkeitsinterpretation und die Heilmittelinterpretation sind dabei oft Pflanzennamen nicht strikt zu trennen. Eine Verbindung von Ähnlichkeit und Wirkung findet man insbesondere in der sogenannten Signaturenlehre (lateinisch signatura rerum; von signare = bezeichnen, kennzeichnen). Dies ist die Lehre von den Zeichen in der Natur, die auf Ähnlichkeiten, Verwandtschaften und innere Zusammenhänge hinweisen. Die Signaturenlehre war bereits im Altertum weit verbreitet und wurde in Europa von Paracelsus (1493 oder 1494 bis 1541) und dem Alchemisten Giambattista della Porta (1538 bis 1615) schriftlich ausformuliert und verbreitet. Dabei wurden nicht nur Pflanzen, sondern auch Tiere und Gestirne ins System der Ähnlichkeiten einbezogen.
Ein Beispiel für eine solche ähnlichkeitsbasierte Zuschreibung von Heilkräften findet man auch in der Freiluga, das sogenannte gefleckte Lungenkraut (auch Lungenwurz genannt). Dieser Pflanze schrieb man aufgrund der Ähnlichkeit seiner gefleckten Blätter zu Lungenflügeln eine Heilwirkung bei Lungenerkrankungen zu. Dies konnte jedoch nicht wissenschaftlich bestätigt werden. Man verwendet daher mittlerweile in der Kräuterheilkunde meist andere Pflanzen bei Atemwegserkrankungen.

Lungenkraut
Namen oder Bezeichnungen von Personen
Ebenso wie bei Pflanzennamen mit Körperteilen lassen sich auch bei Pflanzennamen mit Personenbezeichnungen ähnlichkeitsbezogene und heilwirksamkeitsbezogene Interpretationen beobachten. Es gibt hier aber auch Bezüge auf Religion und Mythologie, was zu einer weiteren – zeitbezogenen – Interpretation führen kann. Somit ergeben sich drei Kerninterpretationen:
- Es werden Ähnlichkeiten der Pflanze zu der betreffenden Person betont
Die Königskerzen im Freiluga-Garten sind aufgrund ihrer imposanten kerzenförmigen Form mit kronenförmiger Blüte ein sehr gutes Beispiel hierfür. Im Freiluga-Garten findet man außerdem Damascener Schwarzkümmelpflanzen, deren Namen sich aus der Blütenform mit einem zentralen Element und einem „Netz“ darum ergeben: Jungfer im Grünen, Greterl/Jungfer im Netz, Gretl im Busch oder Gretl in der Stauden, Gretl in der Heck, Greterl im Nest oder Braut in Haaren. - Die Nennung der Person im Namen verweist auf eine Verwendung der betreffenden Pflanze als Heilmittel für den betreffenden Körperteil hin.
Mutterkraut wurde traditionell bei Schwangerschaftsbeschwerden eingesetzt, da es die Ablösung der Plazenta nach der Geburt fördern kann. Diese Wirkung macht es aber auch zu einem Mittel zum Abbruch einer Schwangerschaft. Es wäre also fatal, aus dem Namen Mutterkraut auf eine generell wohltuende Wirkung für werdende oder stillende Mütter zu schließen. - Der Name verweist auf Sagen oder Mythen.
Ähnlichkeitsbasierte Namensgebungen gehen oft mit Verweisen auf Sagen oder Mythen einher. So ähnelt die Jungfer im Grünen zwar einer Gestalt in natürlicher Umgebung. Das macht sie aber – zusammen mit Pflanzen, die am Wegrand „warten“ – auch zu einer idealen Bezugspflanze für eine Sage. Dies wird im Wikipedia-Eintrag zu dieser Pflanze wie folgt erläutert: „Der Name Gretl in der Staudenspielt auf eine österreichische Sage an, nach der die reiche Bauerntochter Gretl ihrer Liebe zu dem Keuschlersohn Hans auf Wunsch des Vaters entsagen musste. Nachdem sie sich in Sehnsucht nacheinander verzehrten, wurden sie in Blumen verwandelt. Während Gretl zur Jungfer im Grünen wurde, wurde je nach Region aus Hans der Vogelknöterich oder die Gemeine Wegwarte, die beide im Volksmund auch den Namen Hansl am Weg„ - Der Name steht in einem zeitlichen Zusammenhang mit einem religiösen Namenstag.
Ein Beispiel hierfür ist das Johanniskraut, das typischerweise am Johannistag (24.6.) blüht und geerntet wird. Ein anderes ist das Barbarakraut, das im Winter bis in den Dezember hinein, also um den Barbaratag am 4.12. herum, als Wildgemüse geerntet werden kann.

Mutterkraut und Schafgarbe
Gerichte bzw. Geschmack
Im Freiluga-Garten haben wir mehrere Pflanzen gefunden, bei denen der Name einen Bezug auf ein Gericht bzw. ein Aroma enthält, an das sie erinnern:
- Colakraut, wegen seines leicht zitronigen Geschmacks früher auch Zitroneneberraute genannt,
- Maggikraut, traditionell Liebstöckel genannt, und
- Currykraut, auch unter dem Namen Italienische Strohblume
Lesetipps zu deutschen Pflanzennamen
Die folgenden Bücher liefern Informationen zu Bedeutung und Herkunft von volkstümlichen deutschen Pflanzennamen:
- Gebauer, R. (2015). Jungfer im Grünen und Tausendgüldenkraut: Vom Zauber alter Pflanzennamen.
- Gebauer, R. (2016). Frau Haselin und Drecksäck: Die wunderbare Welt unserer Bäume und Sträucher.
- Gebauer, R. (2017). Sammelnüsschen und Panzerbeeren: Von Apfelbaum und Zitrusfrucht. Transit.
- Gebauer, R. (2019). Hundsrose und Katzenminze: Wie die Rose zum Hund kam und die Katze zur Minze. Tierische Pflanzennamen. Transit.
- Genaust, H. (2014). Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. Springer Basel.
- Marzell, H. (1937-1980). Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen (aus dem Nachlass herausgegeben von H. Paul). S. Hirzel / Paul Steiner. [Dieses Buch ist vergriffen, aber noch in vielen Bibliotheken verfügbar. Einige der Informationen aus diesem Buch wurden in das Digitale Wörterbuch der Deutschen Sprache (DWDS) aufgenommen und können so gefunden werden.]
- Pritzel, G. , Jessen, C. (1982). Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. (online).
- Richarz, K., & Kremer, B.P. (2006). Wie bissig ist der Löwenzahn? Tier- und Pflanzennamen und was dahinter steckt. Kosmos.
- Völkel, U. (2010). Heimische Pflanzen – Geheimnisvolle Namen, Heilwirkung und Mythos: Teil 1: Blumen und Kräuter.
- Völkel, U. (2011). Heimische Pflanzen – Geheimnisvolle Namen, Heilwirkung und Mythos: Teil 2: Gräser und Kräuter.
Diese beiden Standardwerke bieten Entsprechungen zwischen deutschen und botanischen Namen:
- Walter, E., Götz, E., Bödeker, N., & Seybold, S. (Ed.). (2014). Handwörterbuch der Pflanzennamen. Ulmer. (aktualisierte 19. Ausgabe von: Zander, R. (2002). Handwörterbuch der Pflanzennamen und ihre Erklärungen. Ulmer.)
- Reichling, J. (2011). Arends Volkstümliche Namen der Drogen, Heilkräuter, Arzneimittel und Chemikalien. Springer-Verlag.
Das Buch von Reichling ist auch in durchsuchbarem digitalem Format auf CD-ROM verfügbar.
Wer Informationen zur Bedeutung und Herkunft von Pflanzennamen sucht, wird oft auch in den entsprechenden Einträgen auf Wikipedia und im Digitalen Wörterbuch des Deutschen fündig.

Pflanzen mit ungewöhnlichen Namen. LIteraturtipps für den Liegestuhl, Informationen zur botanischen Taxonomie und Namensgebung – und ntürlich viele Tipps und Ideen für sprachfördernde Aktivitäten mit Kindern
Weitere Blogbeiträge zu Pflanzennamen
- Sprachspinat im MoMo-Garten der Universität zu Köln: Was uns Pflanzennamen über unser Verhältnis zu Tieren sagen
- Pflanzen-Taxonomie und botanische Pflanzennamen: eine kurze Einführung mit Literatur- und Video-Empfehlungen und Aktivitäten für den Biologie-, Deutsch- oder Lateinunterricht
- Was sich so alles in Löwenzahn, Nachtkerze und Osterglocke versteckt: Nachschlagewerke, unterhaltsame Bücher und sprachwissenschaftliche Studien zu botanischen Pflanzennamen und deutschen Trivialnamen für Pflanzen
- Katzenminze, Saubohnen und Löwenzahn – Pflanzennamen, in denen sich Tiere versteckt haben
- Sprachspinat-Zeichnungen von Tierfamilien für Sprach- und Leseaktivitäten und Bildung für nachhaltige Entwicklung
- Namensverwirrung bei Pflanzen mit Zitronenaroma: Zitronenbasilikum, Zitronenkraut, Zitronenstrauch, Zitronengeranie und ZitronenZpelargonie
- Sprachspinat bei der Kölner Kinderuni und im ZfL-Garten: Warum Schokoladenminze und Minzschokolade nicht dasselbe sind
- Was sich so alles „Minze“ nennt: Webseiten und Videos zu Geschichte, Anbau, Pflege und Verwendung von Minze, Bergminze, Katzenminze & Co
- Ostereiersuche mal anders – spielerische Sprachaktivitäten mit Pflanzennamen, in denen „Ostern“ oder „Eier“ vorkommen
- Sprachspinat-Pflanzennamenquiz Nr. 001

Offener grüner Lernraum an der großen Wiese im Kölner schulbiologischen Zentrum Freiluga (Förderverein)
Programm des Tages der offenen Tür in der Freiluga
12:00 Historische Führung
Treffpunkt: vor dem Schulbio
13:00 und 15:00 Bienenführung
Ort: Bienenstand
13:00 Pflanzennamen-Bingo und Mini-Kräuterspaziergang für Erwachsene
Treffpunkt: Kräuterspirale
14:00 ppt-Präsentation über das Schulbiologische Zentrum Freiluga
Ort: im Schulbio, Raum 2
15:00 Gorilla-Theater Köln: Das Geheimnis der Gemüsesuppe
Ort: Grillstelle/Liegehalle
14:00-16:00 Aktionsstand Kräutersalz
Ort: innerer Garten

Totholzhecke als Wegbegrenzung im Kölner schulbiologischen Zentrum Freiluga
Mein persönlicher Sprachspinat-Tipp
Wer Pflanzennamen-Bingo-Spiele für einen Garten herstellen möchte, muss sich nicht auf die vier Kategorien beschränken, die wir für das Pflanzennamen-Bingo in der Freiluga benutzt haben. Es bieten sich viele Möglichkeiten. Die folgende Tabelle enthält weitere Kategorien, jeweils mit Pflanzenbeispielen, die man im deutschsprachigen Raum in Gärten oder als Wildpflanzen finden kann. Wer mehr Beispiele dazu finden möchte, sucht am besten nach Namensbestandteilen wie rot, Wiese oder Katze in der Pflanzendatenbank Plantamedia, da man hier für jede Pflanze weitere Namen sowie Anbauinformationen findet. KI-Anfragen ergeben zwar viele Namen, aber manche existieren gar nicht oder die Pflanze ist nicht im deutschsprachigen europäischen Raum anbaubar. Dies ist oft auch dann der Fall, wenn man ausdrücklich nach existierenden Pflanzen für einen Standort in Deutschland, der Schweiz oder Österreich fragt.
Tabelle 1: Kategorien von Wörtern in deutschen Pflanzennamen
| Kategorie | Beispiel |
| Abstrakta | Ehrenpreis, Lichtnelke, Brandkraut |
| Farbadjektiv | Rotklee, Blausternchen, Schwarzkümmel |
| Fest | Pfingstrose, Osterglocke |
| Gegenstände | Glockenblume, Flockenblume, |
| Geschmacksadjektiv | Süßdolde, Mädesüß, Sauerampfer |
| Größe | Riesenbärenklau, Zwerg |
| Jahreszeit | Herbstzeitlose, Sommerflieder |
| Kleidungsstücke | Frauenmantel, Fingerhut |
| Körperteile | Beifuß, Herzgespann, Lungenkraut |
| Kulinarisches | Currykraut, Colakraut, Maggikraut |
| Metall | Eisenhut, Goldrute, Silberkerze, |
| Namen von Personen | Johanniskraut, Aaronstab |
| Ort/Habitat | Wiesenkerbel, Bergthymian, Waldmeister |
| Personengruppen | Mutterkraut, Mädchenauge, Mannstreu |
| Tageszeit | Nachtkerze, Taglilie |
| Tiere | Katzenminze, Storchschnabel |
Vielleicht möchte ja auch jemand einen Garten mit Pflanzen anlegen, die Tiernamen aus den Sprachspinat-Tierfamilien enthalten. Diese Tierfamilien sind so ausgewählt, dass Kinder sie kennen und dass männliche Tiere, weibliche Tiere und Jungtiere sich optisch voneinander unterscheiden. Außerdem sind bei den Grundbezeichnungen unterschiedliche Genera bzw. Artikel vertreten: die Kuh, das Huhn, der Löwe, das Schaf. Man kann auch erkennen, dass wir sehr viel mehr differenzieren, wenn es sich nicht um Wildtiere wie Löwen handelt, sondern um Haustiere handelt, bei denen sich unterschiedliche „Nutzungs“-Muster etabliert haben (z.B. Eier- vs. Fleischproduktion bei Hühnern oder Milch- bzw. Fleischproduktion bei Kühen).Tabelle 2 gibt einen Überblick über die Tiernamen aus den abgebildeten Tierfamilien.

Die Sprachspinat-Tierfamilien (Künstlerin: Charmaine McKissock)
Tabelle 2: Bezeichnungen für erwachsene Tiere und Jungtiere in den Sprachspinat-Tierfamilien
| Huhn | Rind | Löwe | Schaf | |
| männlich,
kastriert |
Kapaun, Kapaunhahn | Ochse | – | Hammel |
| Männlich | Hahn,
Gockel |
Bulle,
Stier |
Löwe | Widder, Schaf(s)bock |
| Weiblich | Henne | Kuh (nach dem ersten Kalb),
Färse (davor) |
Löwin | Au(e), Kibbe |
| Jungtier | Küken | Kalb | Löwenbaby | Lamm |
Die Bilder sind für Bildungszwecke unter Angabe der Künstlerin (Charmaine McKissock) und der Besitzerin der Rechte (Sonja Eisenbeiß) für nicht-kommerzielle Bildungsaktivitäten verwendbar. Sie können hier heruntergeladen werden.
Im folgenden findet man einige Beispiele für Namen, die Tiere aus dem Sprachspinat-Tierfamilien-Set enthalten. Dabei ist allerdings zu beachten, dass sich das Wort Bock sich nicht nur auf Schafe, sondern auch auf andere männliche Tiere beziehen kann, z.B. auf Ziegen.

Küken aus dem Sprachspinat-Tierfamilien-Set
Die Huhn-Familie
Huhn
Hahn
- Hahnenfuß,
- Hahnenfuß-Hasenohr
- Hahnenkamm (= Dreiteiliger Zweizahn)
- Hahnenkamm (= Erdbeerspinat)
- Hahnenkammbaum
- Hahnenklöten (= Herbstzeitlose),
Henne
Küken

Kuh aus dem Sprachspinat-Tierfamilien-Set
Die Rind-Familie
Rind
- (Weidenblatt-) Rindsauge (= weidenblättriges Ochsenauge)
Ochse
- Weidenblättriges Ochsenauge (= Weidenblatt-Rindsauge)
- Ochsenpinsel (= Herbstzeitlose)
- Ochsenwurz (= Arnika),
- Ochsenzunge
Stier
- Stier (= Erdbeerspinat)
- Stierauge (= Bergaster)
- Stierkraut (= Purpurfetthenne)
- Stierlichrut (= Gänsefingerkraut)
Kuh
Kalb

Löwenbaby aus dem Sprachspinat-Tierfamilien-Set
Die Löwen-Familie
- Andorn-Löwenschwanz (= Filziges Herzgespann)
- Ackerlöwenmaul (Misopates orontium)
- Löwenmaul/Löwenmäulchen (Antirrhinum)
- Löwenohr/Löwenschwanz (Leonotis)
- Löwenzahn (Taraxacum oder Leontodon)
- Löwenschwanz (Leonurus)
- Majoranblättriges Löwenmäulchen (Chaenorhinum origanifolium

Lamm aus dem Sprachspinat-Tierfamilien-Set
Die Schaf-Familie
Schaf
- Schafgarbe/Schafrippl/Schafzunge,
- Schafklette
- Schafschwingel
- Schafsuppen (= Frauenmantel)
- Schafszung (= Ochsenzunge)
Hammel
Bock
Lamm
Viel Spaß beim Spielen und Spieleerstellen! Über Beispiele von Themengärten und Spielaktivitäten freue ich mich immer. Kontaktieren Sie mich hierzu gerne!

Tomaten und Kräuter im Kölner schulbiologischen Zentrum Freiluga
Vorbereitung auf die Pflanzennamen-Bingo-Aktion im Kölner schulbiologischen Zentrum Freiluga (Fotografin: Dagmar Hellriegel)