Am 29.9.2026 hielt ich einen Impulsvortrag zum Thema Sprache und BNE zusammendenken: Naturzugänge als Beispiel. Eingeladen hatte mich der Arbeitskreis Nachhaltigkeitstransformation des Netzwerk hdw nrw. Der heutige Blogbeitrag enthält:
- die Materialien zum Impulsvortrag, zu Sprach-Naschgärten und zum Sprachspinat-Konzept,
- Informationen zum Netzwerk hdw_nrw und seinen Arbeitskreisen sowie
- meinen persönlichen Sprachspinat-Tipp zur spielerischen Verbindung von Sprachbildung, Naturbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
Beim Sprachspinat-Tipp geht es heute um Ressourcen und Fragen zur Gestaltung von Sprach-Naschgärten an Hochschulen, die sowohl als Räume zur Entspannung und Erholung, aber auch als grüne Lernräume genutzt werden können.

Interaktive Klappen-Schilder mit METACOM-Symbolen vor der Aufstellung im Sprach-Naschgarten Duisburg Großenbaum
Die Materialien zum Impulsvortrag, zu Sprach-Naschgärten und zum Sprachspinat-Konzept
Mein Vortrag beleuchtete die Rolle von Sprache und Sprachbildung für BNE. Anhand von drei Beispielen zeigte ich unterschiedliche Verbindungslinien auf:
- Mehrsprachigkeit und Zusammenhänge zwischen sprachlicher und ökologischer Diversität,
- Pflanzennamen als Ausgangspunkt für die Reflexion unterschiedlicher Naturverständnisse sowie
- Sprach-Naschgärten als fächerübergreifendes Praxisbeispiel für die Verbindung von Sprachbildung, Naturzugängen und BNE.
Mit diesem Vortrag wollte ich zeigen, dass
- man Sprachbildung und BNE zusammendenken sollte,
- sich Sprach-Naschgärten besonders gut für sprachbildende BNE-Aktivitäten eignen und
- Pflanzennamen bei allen Altersgruppen als Einstieg in Diskussionen über Sprache und unser Verhältnis zur Natur dienen können.
Die Folien meines Vortrags kann man HIER herunterladen. Das Video zur Eröffnung des Sprachnaschgartens Großenbaum, das ich zum Abschluss gezeigt hatte, findet man in einem Blogbeitrag zur Garteneröffnung. Weitere Informationen zu Sprach-Naschgärten bieten die folgenden Webseiten:
- Einführungsseite zu Sprach-Naschgärten
- Projektseite: Sprach-Naschgarten Großenbaum
- Projektseite: Sprach-Naschgarten Jugendzentrum Köln Weiden
Für die Gestaltung und Nutzung von Sprach-Naschgärten zu Sprachbildung, Naturbildung verwende ich das Sprachspinat-Konzept zur Verbindung zur spielerischen Verbindung von Sprachbildung, Naturbildung und BNE. Informationen zu diesem Konzept und zahlreiche praktische Tipps bieten:
- Materialien eines Sprachspinat-Workshops,
- ein englischsprachiges YouTube-Video mit Untertiteln in vielen Sprachen,
- Blogartikel auf Sprache-Spiel-Natur.de mit dem Tag Sprachspinat-Konzept,
- eine Playliste zum Sprachspinat-Konzept und Sprach-Naschgärten auf dem Sonja-Eisenbeiß-YouTube-Kanal sowie
- Blogartikel zu Ressourcen für Gärten in Bildungseinrichtungen mit dem Tag Schulgarten-Ressourcen.

Poster: „Das Sprachspinat-Konzept zur spielerischen Verbindung von Sprachbildung, Naturbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“
Wie man das Sprachspinat-Konzept anwendet, um einen Garten in einen Sprachspinat-Sprach-Naschgarten umsetzt, erfährt man in einem Blogartikel zum Nachhaltigkeitsforum der Universität zu Köln. Wer Artikel, Buch-, Webseiten- und Videolisten sowie Materialien für die Gestaltung und pädagogische Nutzung von Sprach-Naschgärten sucht, findet auf dem Sprache-Spiel-Natur.de-Blog auch eine thematisch geordnete Liste mit Blogbeiträgen zu Sprache, Spiel, Natur und Sprachspinat.

Einer von vielen Orten, an dem man im MoMo-Garten in inspirierender Umgebung alleine oder in kleinen Gruppen lernen kann
Das Netzwerk hdw nrw und seine Arbeitskreise
Das Netzwerk hdw_nrw organisiert hochschuldidaktische Weiterbildungen für 19 Hochschulen für angewandte Wissenschaften des Landes Nordrhein-Westfalen.
Außerdem bietet es Newsletter und fachdidaktische Arbeitskreise an:
- Tutor*innenqualifikation
- Elektro- und Informationstechnik
- Informatik
- Ingenieurmathematik
- Schlüsselkompetenzen NRW
- Lernen und Lehren mit digitalen Medien und KIs
- Lehren im Sozialwesen
- Nachhaltigkeitstransformation
- Physik in den Ingenieurwissenschaften
- Produktionstechnik
- Quantitative Methoden in den Wirtschaftswissenschaften
- Thermodynamik
- Demokratiebildung in der Hochschullehre
Die Arbeitskreismitglieder treffen sich typischerweise einmal pro Semester und tauschen sich über ein vorher vereinbartes Thema aus, oft auch mit Impulsvorträgen.

Der Sprach-Naschgarten am Jugendzentrum (JuZe) Köln Weiden: Wildblumen, Küchenkräuter, Gemüse und Obst
Mein persönlicher Sprachspinat-Tipp
In meinem Vortrag hatte ich ja bereits einige empirischen Studien aufgeführt, die mir als Evidenzbasis für die Sprachspinat-6K-Prinzipien zur Gestaltung sprachaktivierender und sprachbildender pädagogischer Aktivitäten dienten. Außerdem hatte ich Webseiten und Blogbeiträge verlinkt, in denen ich gezeigt habe, wie man diese Prinzipien, die 12R-Prinzipien für nachhaltiges Gärtnern und die Sprachspinat-Pflanzenlisten nutzen kann, um einen Sprachspinat-Sprach-Naschgarten zu gestalten. Wer jetzt einen solchen Garten an einer Hochschule anlegen möchte, braucht aber noch Antworten auf die folgenden Fragen:
- Welche positiven Effekte zeigen sich in empirischen Studien zu Hochschulgärten?
- Wie kann man Gärten institutionell in Hochschulen verankern?
- Wer kann die Anlage bzw. Pflege von Hochschulgärten durchführen?
- Wie kann man die Anlage bzw. Pflege von Hochschulgärten finanzieren?
- Welche externen Kooperationsmöglichkeiten gibt es für Hochschulgärten?

Die Sprachspinat-WuPf-Wurmkompost-Pflanzenkiste im Modularen Modellgarten der Universität zu Köln (MoMo-Garten)
Welche positiven Effekte zeigen sich in empirischen Studien zu Hochschulgärten?
Grüne Lernräume mit heimischen Pflanzen und ausreichender Beschattung leisten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität, zu ausgeglicheneren Campustemperaturen und zur Verbesserung der Luftqualität auf dem Hochschulgelände. Empirische Studien belegen auch die positiven Wirkungen von Campus-Begrünung und grünen Lernräume auf kognitive Prozesse und die körperliche, mentale und emotionale Gesundheit von Lernenden und Lehrenden. So argumentieren beispielsweise Böttger u.a. (2024, S. 18) in ihrer Zusammenfassung bisheriger Literatur, dass das universitäre Lernen im Freien „multisensorisches Lernen mit körperlicher Bewegung [verbindet], was nicht nur die kognitive Leistungsfähigkeit steigert, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden und die Gesundheit der Lernenden ganz nebenbei fördert“. Manche Studien betonen darüber hinaus den potentiellen Beitrag von Campus-Gärten für die nachhaltige Ernährungsversorgung und die Erreichung von universitären Nachhaltigkeitszielen. Außerdem geben einige Studien auch praktische Tipps für Lehrveranstaltungen im Freien (z.B. Fleischmann, 2025).
- Aghabozorgi, K., van der Jagt, A., Bell, S., & Smith, H. (2024). How university blue and green space affect students’ mental health: A scoping review. Urban Forestry & Urban Greening, 97, 128394. https://doi.org/10.1016/j.ufug.2024.128394
- Böttger, H., Höppner, B., Hoffmann, T., Reichel, A., Stadler-Heer, S., & Steinbach, A. (2024). Englisch draußen lernen: Raus aus den Klassenzimmern und Seminarräumen (Schriftenreihe Fachdidaktik Englisch, Bd. 2). Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt. https://doi.org/10.17904/ku.edoc.33956
- Ding, Y., Lee, C., Chen, X., Song, Y., Newman, G., Lee, R., … & Sohn, W. (2024). Exploring the association between campus environment of higher education and student health: A systematic review of findings and measures. Urban forestry & urban greening, 91, 128168. https://doi.org/10.1016/j.ufug.2023.128168
- Fleischmann, A. (2025). Der grüne Seminarraum – Lehren und Lernen im Freien. In B. Berendt, A. Fleischmann, N. Schaper, B. Szczyrba, & J. Wildt (Hrsg.), Neues Handbuch Hochschullehre (Beitrag B 1.8). Franz Steiner Verlag. https://doi.org/10.25162/NHHL-2025-0007
- Hernandez, H. H. (2024). Let’s take this outside: Rethinking outdoor education. Journal of Education and Learning, 13(5), 172–178. https://doi.org/10.5539/jel.v13n5p172
- Li, H., Du, J., & Chow, D. (2024). Perceived environmental factors and students’ mental wellbeing in outdoor public spaces of university campuses: A systematic scoping review. Building and Environment, 265, 112023. https://doi.org/10.1016/j.buildenv.2024.112023
- Liu, W., Sun, N., Guo, J., & Zheng, Z. (2022). Campus green spaces, academic achievement and mental health of college students. International journal of environmental research and public health, 19(14), 8618. https://doi.org/10.3390/ijerph19148618
- Loder, A. K., Schwerdtfeger, A. R., & Van Poppel, M. N. (2020). Perceived greenness at home and at university are independently associated with mental health. BMC public health, 20(1), 802. https://doi.org/10.1186/s12889-020-8412-7
- Ribeiro, H., Santana, K. V. S., & Oliver, S. L. (2024). Natural Environments in University Campuses and Students‘ Well-Being. International Journal of Environmental Research and Public Health, 21(4), 413. https://doi.org/10.3390/ijerph21040413
Weitere Evidenz für die positiven Wirkungen von grünen Lernräumen findet man in einem Blogartikel mit Studien zu Kita- und Schulgärten.

Ein Blick in den Garten des Kölner Zentrums für Lehrkraftbildung (ZfL) der Universität zu Köln
Wie kann man Gärten institutionell in Hochschulen verankern?
Hilfreich für die institutionelle Verankerung von Gärten in Hochschulen sind insbesondere:
- Nachhaltigkeitsbüros oder andere Abteilungen, die für die Nachhaltigkeitsstrategie der jeweiligen Hochschule verantwortlich sind und Projekte beraten oder finanziell und organisatorisch unterstützen können,
- Abteilungen für Grünflächen- bzw. Gebäudemanagement, die beraten oder manchmal auch geeignete Flächen ausweisen können,
- Abteilungen für Gesundheitsmanagement oder Arbeitsschutz, die bei der Anlage beraten oder auf Förderoptionen für Gesundheitsangebote in Gärten hinweisen können,
- studentische Nachhaltigkeitsbüros (z.B. Green Offices) oder andere Organe der studentischen Selbstverwaltung (Asta etc.),
- Hochschulallianzen und Programme zu Campus-Nachhaltigkeit oder -Wellbeing (z.B. für allgemeine Ressourcenangebote und spezielle Förderoptionen):
- EUniWell
- Students Organizing for Sustainability (SOS) International
- The Association for the Advancement of Sustainability in Higher Education (AASHE) z.B. Ressourcen zu „grounds“ und zu „well-being & work„
- Die Green Office Bewegung für Studierende und andere Universitätsangehörige
- The International Sustainable Campus Network
- The SDG Academy of the Sustainable Development Solutions Network
- The UNEP Greening Universities Toolkit

Trauben, Minze und andere Kräuter neben dem Whiteboard des Lernraums im Garten des Zentrums für Lehrkraftbildung (ZfL) der Universität zu Köln
Wer kann die Anlage bzw. Pflege von Hochschulgärten durchführen?
Für die Anlage und Pflege von Hochschulgärten gibt es unterschiedliche Optionen:
- Botanische Gärten gehören typischerweise zu Instituten für Biologie oder Botanik und werden von diesen betreut.
- Einige Hochschulgärten sind Organen der studentischen Selbstverwaltung zugeordnet, z.B. der Campusgarten des Asta der Universität zu Köln.
- Andere Gärten gehören zu Instituten für Didaktik und dienen als grüne Lernräume für pädagogische Seminare und die Aus- oder Fortbildung von Lehrkräften. Kölner Beispiele hierfür sind der modulare Modellgarten (MoMo-Garten) der Biologiedidaktik und der Garten des Kölner Zentrums für Lehrkraftbildung (s. meine Blogartikel zum MoMo-Garten bzw. zum Garten des Zentrums für Lehrkraftbildung mit den Tags MoMo-Garten bzw. ZfL).
- Manchmal entstehen Gärten aber auch aus der physischen Nähe einer Grünfläche zu einem Institut, das sich dann um die Anlage und Pflege der entsprechenden Fläche kümmert und sie ggf. für Veranstaltungen oder als Pausenraum nutzt.
- Manche Gärten dienen einer Hochschule als Reallabor (s. Reallabor-Netzwerk). Dabei müssen sie nicht notwendigerweise auf dem Hochschulgelände liegen; sie können auch in der Nähe angesiedelt sein. Beispiele hierfür sind:
- Hochschulgärten können auch zentral bewirtschaftet werden – ebenso wie andere Grünflächen. Dann sind die entsprechenden Abteilungen für Gebäudewirtschaft und die Pflege des Geländes verantwortlich.
- Es gibt mehrere – auch miteinander kombinierbare – Möglichkeiten, Studierende und Lehrende in die Anlage und Pflege von Hochschulgärten einzubeziehen:
- Übertragung von Anlage oder Pflege an einen Ausschuss des Astas oder eine andere studentische Organisation,
- Einbeziehung in Seminare oder fachliche Praktika durch Seminarsitzungsdiskussionen, Studienleistungen bzw. Prüfungsleistungen, Service Learning (praktische Arbeit im Garten, Beteiligung an der Planung von Design und Beschilderung des betreffenden Gartens, Erstellung von pädagogischen Materialien und Pflegeanleitungen etc.),
- Ehrenamtsaktionen oder spezielle Events (z.B. BNE-Wochen, Aktionstage, Green Gym Events).

Stehtische im Modularen Modellgarten der Universität zu Köln (MoMo-Garten)
Wie kann man die Anlage bzw. Pflege von Hochschulgärten finanzieren?
Zur Finanzierung von Sprach-Naschgärten an Hochschulen (und an anderen Orten) bieten sich – neben regulären Institutsbudgets – die folgenden Optionen an:
- hochschulinterne Förderung für Nachhaltigkeitsprojekte (z.B. durch Nachhaltigkeitsbüros), Lehrprojekte, Reallabore oder biologische bzw. pädagogische Forschungsprojekte,
- Stiftungen:
- Bundesverband deutscher Stiftungen
- Stiftungssuche.de
- Förderdatenbank der DSEE (Deutsche Stiftung Engagement und Ehrenamt)
- Stiftungsdatenbanken für diverse Bundesländer
- kommunale Mittel für öffentlich zugänglichen Gärten auf Hochschulgeländen; mit unterschiedlichen Fördermöglichkeiten und Bezeichnungen je nach Stadt bzw. Gemeinde, z.B. bezirksorientierte Mittel, Bürgerbudget, partizipatives Budget, Stadteilmittel, Quartiersbudget, Stadteilfonds oder Bezirksfonds
- BNE-Fördermittel (s. z.B. BNE-Portal),
- kostenlose Beratung, pädagogische Materialien und Ressourcen wie Erde, Kompost, Holzhäcksel, Pflanzen oder Saatgut – vermittelt durch Ernährungsräte oder städtische Umweltbildungsabteilungen, die in vielen deutschen Städten existieren,
- kostenlose Kräuter- und Gemüsepflanzen von Universitätsangehörigen und Menschen aus der Nachbarschaft (z.B. über Nebenan.de), Foodsharing, Saatgut von Tauschbörsen, kostenlose Erde von Gemeinden im Rahmen vom Urban-Gardening-Projekten etc.
- kostenlose Anlage von Gärten im Rahmen Medienevents (z.B. Erstanlage des Kölner ZfL-Gartens durch den WDR im Rahmen einer Gartendesign-Sendung).

Musikinstrumente mit Materialien aus dem MoMo-Garten der Universität zu Köln. Ideal für spielerische pädagogische Aktivitäten
Welche externen Kooperationsmöglichkeiten gibt es für Hochschulgärten?
Bei der Anlage und Pflege von Gärten sind Kooperationen mit den folgenden Institutionen nützlich:
- Umweltverbände wie NABU und BUND (z.B. Citizen-Science-Projekte, Materialien, Pflanzentauschaktionen, kostenlose Workshops etc.),
- Ernährungsräte (insbesondere solche, die Projekte wie „essbare Stadt“ haben),
- städtische Umweltbildungsabteilungen,
- Verbände des Garten- und Landschaftsbaus,
- Biologische Stationen,
- botanische Gärten und Parks.
Bei weiteren Fragen stehe ich gerne für Workshops oder Beratungstätigkeiten zur Verfügung. Viel Spaß und Erfolg bei der Anlage, Pflege und pädagogischen Nutzung Ihres Hochschul-Sprach-Naschgartens!

Der Eingang des Modularen Modellgartens der Universität zu Köln (MoMo-Garten)